Im Kanton Freiburg gibt es mehrere Tausend Vereine, die in den verschiedensten sozialen Bereichen tätig sind. In all diesen Vereinen fallen regelässig Tätigkeiten an, die mit dem eigentlichen Vereinszweck nichts zu tun haben und doch essentiell für das Management sind: Buchhaltung und Rechnungslegung, Berichte und Anträge an Geber, EDV und website, Einberufung von Versammlungen und Gremien, Mitgliederverwaltung, usw.

Zurzeit muss jeder Verein eine eigene Lösung finden, um diese Aufgaben pünktlich, präzise und kostengünstig zu gewährleisten. Diese Struktur ist eine enorme Verschwendung von Zeit und Geld, da jeder Verein für sich allein arbeitet. Es bietet sich stattdessen an, die Aufgaben an einer zentralen Servicestelle zu bündeln. Verschiedene Beispiele aus der Schweiz zeigen, dass dieser „shared services“-Ansatz die Vereine erheblich entlastet, so dass sie sich voll auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Zugleich wird eine einheitlich hohe Qualität im Management sicherstellt, an der es momentan gerade in kleineren Vereinen oft mangelt.

Im Rahmen der Zielstellung der Arcanum Stiftung, ein solides soziales Netzwerk in Freiburg zu schaffen, erscheint die Gründung einer solchen Servicestelle für Vereine als logische Fortsetzung der Förderaktivitäten. Um in einem ersten Schritt den Bedarf dieses Angebotes zu klären, hat die Universität Freiburg (Institut für Verbandsmanagement, VMI) im Jahr 2018 im Rahmen einer Master-Arbeit eine Machbarkeitsstudie durchgeführt.

Download Studie: Carole Baschung „Shared Service Center für Nonprofit-Organisationen im Kanton Freiburg“ (2018)

Eine Zusammmenfassung der wichtigsten Ergebnisse finden Sie im executive summary.

 

Leider ist der Eintrag nur auf Französisch verfügbar.

In der Schweiz werden jährlich bis zu 2 Millionen Tonnen einwandfreie Lebensmittel vernichtet, weil sie kurz vor dem Verfallsdatum stehen, ihre Verpackung beschädigt ist oder sie aus einer Überproduktion stammen. Die Nonprofit-Organisation „Tischlein deck dich“ sammelt diese Lebensmittel und gibt sie gegen einen symbolischen Franken direkt an Unterstützungsbedürftige ab.

Im April 2006 hat die Organisation „Tischlein deck dich“ eine Abgabestelle in Freiburg eröffnet. Die Arcanum Stiftung finanziert seitdem die Gesamtaufwendungen für den Unterhalt der Abgabestelle. Seit Juli 2008 fördert die Stiftung darüber hinaus auch die neu eröffnete Abgabestelle in Bulle.

Die Abgabestellen sind inzwischen zu einer wichtigen Institution in Fribourg geworden. Sie werden von Freiwilligen betrieben, die Woche für Woche die Lebensmittel annehmen, sortieren und an Bedürftige ausgeben. Die beiden Abgabestellen geben Woche für Woche Lebensmittel an über 100 Haushalte mit insgesamt fast 450 Personen ab.

Mehr Informationen: http://www.tischlein.ch/

Um die Neugier von Kindern zu wecken und sie spielerisch an wissenschaftliche Fragen heranzuführen, hat die Arcanum Stiftung gemeinsam mit der Universität Freiburg das Projekt „Kinderuni“ gestartet. Das Projekt richtet sich insbesondere an Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern, die so einen ersten Eindruck von der Universität bekommen.

Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltung im Dezember 2006 führt die Universität die erste zweisprachige KinderUni fort. Die Themen reichen von der „geheimnisvollen Macht heiliger Käfer, Hände und Kreuze“ bis zu einer simulierten Gerichtsverhandlung über einen Schlittenumfall. Pro Semester wird bei der „Wissenschaft zum Zvieri“ jeweils ein Thema auf deutsch und französisch behandelt. Die Veranstaltungen , die von Lehrenden der Universität bestritten werden, richten sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.

Mehr Informationen unter www.unifr.ch/gouters

Das Quartier Schönberg ist eine Hochhaussiedlung aus den 70er Jahren und weist eine hohe Migranten- und Arbeitslosenquote auf. Angesichts der Probleme haben die Bewohner selbst die Initiative ergriffen und einen Stadtteilverein gegründet, der den Bewohnern die Möglichkeit bietet, sich aktiv für ihr Viertel einzusetzen.

Die Förderung durch die Arcanum Stiftung dient dazu, die Integrationsprojekte des Vereins zu unterhalten, namentlich die Sprachkurse für Erwachsene, die Hausaufgabenhilfe für Jugendliche und die Kinderbetreuung.  Die Arcanum Stiftung unterstützt dieses Angebot, das anteilig auch vom Kanton Freiburg finanziert wird, seit 2008.

 

 

Die einfache Grundidee des Projektes „midnight:sports“ ist, lokale Turnhallen am Samstag abend für Jugendliche zu öffnen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Halle für selbst organisierte Sport- und Freizeitangebote zu nutzen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die offenen Turnhallen vor allem für sozial benachteiligte Jugendliche eine wichtige Anlaufstelle sind, da sie sich teure Ausgänge (Disko, Kneipe, …) nicht leisten können. Sie finden in der Halle eine Alternative zum „Herumhängen“ an öffentlichen Orten. Darüber hinaus haben verschiedene Auswertungen gezeigt, dass die „offene Turnhalle“ eine wichtige Wirkung in der Sucht-, Alkohol- und Gewaltprävention hat.

Die Stiftung „idee:sport“ betreibt an zahlreichen Standorten in der Deutschschweiz offene Turnhallen, die jedes Jahr von mehr als 50’000 Jugendlichen besucht werden. Die Arcanum Stiftung hat im Jahr 2010 den Schritt des Projektes in die Romandie unterstützt und leistet eine Anschubfinanzierung für den Aufbau des Projektes im Kanton Fribourg. Dort gibt es mittlerweile mehrere Standorte (Attalence, Fribourg, Courtepin, Kerzers, Villars-Sur-Glâne) und weitere sind in Vorereitung.

Mehr Informationen finden Sie unter www.ideesport.ch

Die Arcanum Stiftung hat in 2010 das Programm „soutien plus“ lanciert, um ihr Förderprogramm in Freiburg um eine neue Komponente zu ergänzen. Das Besondere an dem innovativen Programm ist, dass die Mittel nicht für die Förderung von Projekten verwendet werden, sondern ausschließlich dazu dienen, die Leistungsfähigkeit unserer Partnerorganisationen zu stärken.

Die Teilnehmer des Programms, die in einem úmfangreichen Bewerbungsprozess ausgewählt werden, erhalten Förderungen zwischen CHF 50’000 und 100’000, die sie gezielt für den Aufbau von internen Kompetenzen und Strukturen verwenden können. Dazu zählen neben dem Aufbau eines Fundraising auch Massnahmen wie die Überarbeitung der Internetseite, die Einführung einer Datenbank oder eine Organisationsberatung. Am Ende der zweijährigen Förderung sollen die Organisationen in der Lage sein, aus eigener Kraft zusätzliche Mittel einzuwerben, um ihre Aktivitäten zu finanzieren.

Die Arcanum Stiftung möchte mit diesem Programm einen Beitrag leisten, um das Angebot für sozial benachteiligte Menschen und Familien in Freiburg nachhaltig zu verbessern.

In der ersten Runde des Programms (2009 – 2011) haben teilgenommen:

In der zweiten Phase 2012 bis 2014 waren die folgenden Partnerorganisationen im Programm:

In 2014 startete die dritte Runde des Programms mit

Eine ausführliche Beschreibung des Programms finden Sie in einem Beitrag von Dr. Thomas Graf und Dr. Karsten Timmer im Magazin „Die Stiftung“ 3/2011. (download)

Mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit ihrer Projektpartner zu steigern, organisiert die Arcanum Stiftung einmal im Jahr ein Weiterbildungsangebot, das sich auf zentrale Management-Herausforderungen gemeinnütziger Organisationen richtet. Die französischsprachigen Fortbildungen sind kostenlos und stehen den Projektpartnern der Stiftung sowie anderen sozialen Organisationen auf dem Kanton Freiburg offen. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben. Seminare in den vergangenen Jahren:

Die Organisation Fri-Santé spielt eine zentrale Rolle im sozialen Netzwerk des Kantons. Sie bietet Menschen, die keine Krankenversicherung haben, eine Anlaufstelle, an der sie kostenlose medizinische Beratung und Behandlung erhalten. Die steigenden Nutzerzahlen zeigen, dass dieses Angebot auf ein grosses Bedürfnis trifft.

Fri-Santé beschäftigt eine Krankenschwester, die die regelmässigen Sprechstunden abhält. Die wichtigste Ressource der Organisation sind aber mehrere Dutzend Ärzte, Apotheken, Laboratorien und Zahnarztpraxen, die die Patienten ehrenamtlich behandeln. Immer wieder kommt es allerdings vor, dass bestimmte Behandlungen oder Medikamente nicht kostenlos angeboten werden können.  Zu diesem Zweck stellt die Arcanum Stiftung Fri-Santé einen Fonds zur Verfügung, aus dem unvorhergesehene Kosten finanziert werden können. Die Förderung dient dazu, Fri-Santé Mittel an die Hand zu geben, um kurzfristig auf Notlagen reagieren zu können.

Mehr Informationen unter: www.frisante.ch

Das Rote Kreuz Freiburg bietet seit inzwischen zehn Jahren den Hütedienst „Rotkäppchen“ an. Dieser Dienst vermittelt kurzfristig Tagesmütter in Familien, in denen die Betreuung der Kinder nicht sichergestellt ist – sei es, weil ein Elternteil überraschend krank wird, sei es, weil die Kinder krank sind oder weil die eigentliche Tages- oder Grossmutter kurzfristig ausfällt. In diesen Fällen entsendet das Rote Kreuz innerhalb weniger Stunden eine Betreuerin, die so lange in der Familie bleibt, bis die Situation geklärt ist.

Das Angebot wird intensiv genutzt. Jedes Jahr werden – mit steigender Tendenz – über 7’500 Stunden in ca. 500 Familien geleistet. Ein großer Teil der Stunden werden von Familien in prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen in Anspruch genommen, die sich keine Fehlzeiten auf der Arbeit leisten können. Die Gebühren, die das Rote Kreuz berechnet, hängen allerdings vom Einkommen ab, so dass das Projekt immer mehr Defizit anhäuft, wenn einkommensschwache Familien das Angebot nutzen. Ihr Eigenbeitrag von CHF 5 pro Stunde reicht bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken.

Um das Angebot trotzdem gerade für sozial schwache Familien aufrecht erhalten zu können, hat das Rote Kreuz einen Sozialfonds für das Projekt ins Leben gerufen, der durch Stiftungen und Spenden aufgestockt wird. Die Arcanum Stiftung unterstützt diesen Fonds, um die Hütekosten sozial schwacher Familien zu subventionieren.

Mehr Informationen: www.croix-rouge-fr.ch

Im Verein „Après moi, la vie“ haben sich zahlreiche Förderpartner der Arcanum Stiftung zusammengeschlossen, um gemeinsam die Menschen im Kanton für die Möglichkeit testamentarischer Spenden zu sensibilisieren. Denn noch ist es in der Schweiz und insbesondere in der Romandie eher unüblich, gemeinnützige Organisationen im Testament zu bedenken.

Aus der Sicht der Arcanum Stiftung ist diese Initiative ein weiterer Schritt hin zu dem Ziel, in Fribourg ein stabiles Angebot für Menschen in Not zu schaffen. Es kommt uns darauf an, die einschlägigen Organisationen dabei zu unterstützen, neue Finanzquellen zu erschliessen, um ihre Arbeit langfristig zu finanzieren. Da es in Fribourg nur wenig grössere Unternehmen und Stiftungen gibt, ist die Mobilisierung von testamentarischen Zuwendungen ein erfolgversprechender Weg.

Die Förderung der Arcanum Stiftung dient in erster Linie zur Finanzierung der Anlaufkosten (Recherchen, Internetseite, Flyer, usw.); danach wird sich der Verein eigenständig über die Beiträge der Mitgliedsorganisationen finanzieren.

Mehr Informationen unter apres-moi-la-vie.ch

 

Trotz des in der Schweiz gut eingerichteten Sozialversicherungssystems und fernab vom Sichtfeld der breiten Öffentlichkeit passiert es immer wieder, dass Menschen aus dem Arbeitsprozess und damit aus dem System fallen. Die Aussteuerung durch die Arbeitslosenkasse, ein negativer IV-Entscheid, (noch) kein Anspruch auf materielle Hilfe vom Sozialamt können Gründe sein, weshalb Menschen und ihre Familien in existenzielle Not geraten.

Die beste und nachhaltigste Gegenmassnahme besteht darin, diese Menschen wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Ein Spezialist für diese Fälle ist die Stiftung IPT, die im Jahre 1972 von Arbeitgeberkreisen in Genf als private Stiftung gegründet worden ist und seit 2002 auch im Kanton Fribourg aktiv ist. IPT hat über die Jahre einen sehr effektiven Prozess entwickelt, um Menschen nach langer Pause wieder in das Berufsleben zu integrieren. Dazu gehören zum einen eine sehr individuelle Betreuung der Personen und zum anderen ein breites Netzwerk von Unternehmen, die den Arbeitssuchenden Schnupperstellen und Einstiegsmöglichkeiten geben.

Für den überwiegenden Teil der Personen werden die Kosten der Berufsintegration von den Sozialämtern übernommen. IPT Fribourg erhält jedoch jedes Jahr eine Anzahl von Dossiers, für die es keine staatliche Finanzierung gibt, obwohl die Fälle dringend sind. Die Förderung der Arcanum Stiftung dient dazu, IPT in die Lage zu versetzen, auch diesen Menschen wieder den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Mehr Informationen unter : www.fondation-ipt.ch

In der Schweiz leben ca. 800‘000 Menschen, die nicht Lesen und Schreiben können; das ist fast jeder siebte Erwachsene. Auch wenn sich dieses Problem durch die Zuwanderung verschärft, ist doch die Hälfte dieser Personen in der Schweiz geboren und zur Schule gegangen. Auf dem Arbeitsmarkt haben diese Personen schlechte Chancen; wenn überhaupt arbeiten sie in Bereichen, die typischerweise niedrig qualifiziert sind und schlecht entlohnt werden.

Die Organisation „Lire und Écrire “ ist Teil des „Schweizer Dachverbandes Lesen und Schreiben“ und Spezialist für die Arbeit mit Erwachsenen, die Lesen und Schreiben lernen möchten. „Lire et écrire“ bietet bereits seit langem in der Stadt Freiburg Kurse an und möchte nunmehr das Angebot in Bulle ausbauen, um auch Menschen aus dem Greyerzbezirk den Zugang zu ermöglichen. Die Arcanum Stiftung fördert dort das Kursangebot „post-alpha“.

Mehr Informationen unter www.lire-et-ecrire.ch

Im Jahr 2019 ist die Arcanum Stiftung eine Partnerschaft mit dem Jugendprojekt LIFT eingegangen, einem Integrations- und Präventionsprogramm an der Nahtstelle zwischen der Volksschule (Sek I) und der Berufsbildung (Sek II) für Jugendliche ab der 7. Klasse mit erschwerender Ausgangslage bezüglich der späteren direkten Integration in die Arbeitswelt.

Das Besondere an LIFT ist, dass das Programm in Kooperation mit den Schulen durchgeführt und unmittelbar in den Lehrplan integriert wird. Es kommen daher keine externen Kräfte zum Einsatz, sondern die Lehrer und Schulsozialarbeiter, die die Kinder bereit kennen. Ab der 7. Klasse erhalten gefährdete Schüler damit eine besondere Begleitung, die einen hohen Praxisanteil enthält: Die Schüler arbeiten über mehrere Monate jede Woche einige Stunden bei einem lokalen Gewerbe-, Industrie- oder Dienstleistungsbetrieb, um Erfahrungen zu sammeln.

Aktuell haben sich 5 der 14 Orientierungsschulen im Kanton dazu entschlossen, LIFT in den Lehrplan zu integrieren. Um auch die anderen Schulen in das Programm einzubinden, schafft LIFT mit der Unterstützung der Arcanum Stiftung eine Koordinationsstelle für den Kanton Freiburg, die die Schulen insbesondere bei der Suche nach Arbeits-/Praktikumsplätzen unterstützt.

Mehr Informationen: www.jugendprojekt-lift.ch

Die Arcanum Stiftung hat in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte des Obdachlosenheims «La Tuile» unterstützt, unter anderem das Projekt «logements accompagnés» und das Café «Le Tunnel». Jedes Mal ist es dieser dynamischen Organisation gelungen, die Projekte dank der Anschubfinanzierung durch die Stiftung in eine finanzielle Nachhaltigkeit zu überführen. So ist es auch bei einem weiteren Projekt geplant.

Um Spenden zu generieren, verschickt La Tuile zu Weihnachten Aventskalender an alle Haushalte im Kanton. Diese Papp-Kalender werden von Menschen produziert, die in der Notschlafstelle übernachten. Sie erhalten dafür nicht nur einen fairen Lohn, sondern auch eine Struktur im Alltag sowie eine sinnvolle Beschäftigung. «La Tuile» möchte diese kleine Produktion weiter ausbauen, um ganzjährig 5 Arbeitsplätze für diese Menschen anbieten zu können, die keinen Zugang zu bestehenden Eingliederungsmassnahmen haben.

Die Arcanum Stiftung beteiligt sich in der Anlaufphase an den Kosten des Ateliers, das mittelfristig in den Katalog der Wiedereingliederungsmassnahmen eingeschrieben werden soll.

Mehr Informationen unter: www.la-tuile.ch